Aktuelle Ergänzung zum Flugblatt 17.07.2012
Funkmast Dilsberg II
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Nachdem unser Flugblatt zum geplanten Mast Am Schänzel bereits gedruckt war, wurde gestern im Internet ein Schreiben der Firma Alcatel, die im Auftrag von E-Plus den Mast errichten soll, von der Ortsverwaltung veröffentlicht.
Das Schreiben bestätigt viele der bisherigen Vermutungen.
Alcatel erklärt darin, dass sich die Immissionen „erfahrungsgemäß“ deutlich unter den Grenzwert „einpegeln dürften“ und weiter, dass dies eine „Einschätzung“ sei.
Alcatel führt aus, dass eine konkrete Berechnung der Immissionen und der einzuhaltenden Sicherheitsabstände noch gar nicht stattgefunden hat. Diese wird laut Alcatel erst durchgeführt, wenn „ein Standort vertraglich gesichert“ ist! Also wird der Vertrag erst abgeschlossen und dann erfolgt die konkrete Berechnung der Immissionen! Auch der Ortsvorsteher schreibt dazu, dass sich „die Frage der Belastung durch Funkstrahlung bisher nie gestellt hat“! Darüber hinaus „ist es üblich, dass nach Vertragsabschluss auch andere Betreiber das Angebot bekommen, dort ihre Sendeanlagen zu montieren.“ Wie können wir Immissionen berechnen, wenn noch nicht einmal geklärt ist, wer sich noch auf den Mast aufschalten wird?? Und: Wir werden keinerlei Einfluss darauf haben!
Alcatel stellt in seinem Schreiben klar, dass bei der Belastung der Bevölkerung einzig die Tatsache eine Rolle spielt, ob die gesetzlichen Höchstgrenzwerte überschritten werden. Bei der Auswahl des Standortes spielen unterschiedliche – und damit möglicherweise geringere Strahlen-Belastungen – keine Rolle. Nach den Angaben von Alcatel müssen „viele Aspekte“ bei der Standortwahl berücksichtigt werden. Im folgenden führt Alcatel aus, dies seien „topografische Gegebenheiten (Standortlage und –höhe), baurechtliche Umsetzbarkeit, Integration ins Bestandsnetz, Möglichkeit der Stromanbindung und reibungslose Übergabe an die Nachbarfunkzelle“. Ausdrücklich nicht erwähnt sind mögliche unterschiedliche Strahlen-Belastungen für Anwohner!
Bezeichnend ist auch, dass sich Alcatel jeder weiteren Standortdiskussion entzieht und ausführt, dass sie „keine Möglichkeit mehr sehen, weitere Standort-Alternativen zu untersuchen, da nicht davon auszugehen ist, dass bessere Bedingungen mit einem anderen Standort erreicht werden können.“
Dass der Schänzel mit seiner exponierten Lage insgesamt ein hervorragender Standort für die Betreiberfirma ist, mit dem nicht nur Dilsberg, sondern auch Teile Mückenlochs, das Neckartal, Neckarsteinach und Teile des hessischen Odenwalds versorgt werden können, ist kein Geheimnis - ein Rundblick am Wasserhochbehälter reicht aus (nicht umsonst haben schon die alten Schweden dort ihre Befestigungsanlagen errichtet)!
Bessere Bedingungen für sich wird E-Plus also vermutlich nur schwer finden. Aber bei der Entscheidung sollte es eine größere Rolle spielen, welche Bedingungen für die Bürger die passenden sind!
Nach den Angaben von Alcatel ist es so, dass die „beauftragten Akquisiteure bis zu drei Alternativen aufnehmen und zur funktechnischen Bewertung einreichen“. Laut Alcatel werden hierbei „Standortgutachten grundsätzlich nicht erstellt“. Die Beurteilung erfolgt anhand von „Simulationen“. Dabei geht es aber nur um die Qualität der Netzabdeckung; auch hier spielen unterschiedliche Belastungen der Bevölkerung keine Rolle.
Nach Angaben von Alcatel wird die „Anbindung der Sendeanlage vermutlich über Richtfunk erfolgen“ . Die Konsequenzen und die sich daraus ergebende mögliche Belastung und Strahlungsrichtung sind vom TÜV überhaupt nicht untersucht worden. Es kann also zu weiteren vielleicht erheblichen Belastungen in Bereichen kommen, die bisher weniger betroffen waren.
Interessant ist eine Randbemerkung im Schreiben von Alcatel. Dort heißt es im Rahmen der Aufzählung der bei der Standortwahl zu berücksichtigenden Aspekte, dass, „da die Netze unterschiedlich ausgebaut sind, nicht jeder Standort gleich gut für alle Betreiber geeignet ist“. Dies bedeutet aber, dass eine unabhängige Standortuntersuchung, die die Netzabdeckung ebenso wie die Belange der Bevölkerung berücksichtigt, unbedingt erforderlich ist, da sich hier weitere Möglichkeiten anderer Betreiber eröffnen können.
Was bedeutet das nun? Eine Standortuntersuchung, die die Interessen einer vollständigen Mobilfunkversorgung des Dilsbergs bei geringstmöglicher Belastung der Bevölkerung untersucht und abwägt, hat es nie gegeben. Gegeben hat es aber sehr wohl Standortplanungen verschiedener Mobilfunkbetreiber mit dem Hauptkriterium, welcher Standort für sie der lukrativste ist.
Claudia und Christian Bahne, Uschi Ess, Günther Kämmerer, Karin Wolf, Beate und Klaus-Peter Reis, Johann Ossing, Francois Wolter
