Kein Funkmast Am Schänzel
 
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Funkmast Dilsberg
 
 

Wie inzwischen bei den meisten Dilsbergern bekannt,
ist seitens der Verwaltung angedacht, dass E-plus am
Wasserhochbehälter Am Schänzel einen 45 m hohen
Funkmast erstellt mit Ausbau durch Aufschaltung
mehrerer weiterer Anbieter.
Seitens der „Befürworter“ gab es jetzt pauschal die
Aussage, man lebe ja wie im Mittelalter, Dilsberg sei
„eine der letzten Oasen in Deutschland ohne Empfang“
und die Gegner boykottierten den Fortschritt. Wer mit
diskutieren möchte, muss die Sache schon etwas
differenzierter betrachten und auch die Leserbriefe
etwas genauer lesen.
Um Sachlichkeit in die Debatte zu bringen, möchten
wir nochmals klarstellen:
 

 
 
Wir sind nicht gegen Handy-Empfang und Erreichbarkeit
aber wir sind gegen einen überdimensionierten Funkmast in unmittelbarer Nähe zum
Wohngebiet mit ungeklärter Anzahl der Anbieter, ungeklärter Sendeleistung und ungeklärter
Sende-Reichweite
wir erwarten eine genaue Bedarfsanalyse und eine umfassende Untersuchung der
möglichen Alternativstandorte mit dem Ziel eines für alle Anwohner akzeptablen Standortes
mit einer ausschließlich für den Dilsberger Bedarf ausgelegten Technologie
wir fordern eine Entscheidung, die sich an den Interessen der Anwohner nach
Erreichbarkeit bei gleichzeitiger geringstmöglicher Strahlenbelastung und nicht an den
wirtschaftlichen Interessen der Anbieter orientiert.
 
 
Aussagen & Tatsachen
1 Aussage von Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann am 23.6.2012 im DKM
„Der Dilsberg kann nur durch die Neuerstellung eines Mastes „Am Schänzel“ ausreichend versorgt
werden, wie die zahlreichen früheren Standortuntersuchungen sowie auch das Gutachten gezeigt
haben.“
Tatsache ist, dass es keine Standortuntersuchungen im klassischen Sinn gegeben hat. Es gibt und
gab lediglich „Standortwünsche“ verschiedener Betreiber. Eine unabhängige vergleichende Standortuntersuchung,
die sowohl die Netzabdeckung als auch die Belastung der Bevölkerung und die
jeweils notwendige Größe der Sendeanlagen gegenüberstellt, hat es nicht gegeben.
Tatsache ist auch, dass das aktuelle Gutachten nur zu dem Schluss kommt, dass der Schänzel als
Standort technisch geeignet wäre, aber keinesfalls zu dem - vom Ortsvorsteher unterstellten -
Schluss kommt, dass dies der einzig mögliche Standort ist, da der Gutachter nach
Alternativstandorten gar nicht gefragt wurde.
 
2 Aussage vom Bürgermeister Horst Althoff (RNZ vom 23.2.2008)
Es soll „nach unproblematischen Standorten fernab der Bebauung“ gesucht werden.
Tatsache ist, dass der geplante Standort Am Schänzel direkt an das Wohngebiet grenzt.
 
3 Aussage vom Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann (RNZ vom 30.6./1.7.2012)
„Der Mast bedeutet eindeutig nur eine geringe Strahlenbelastung der Bevölkerung.“
Tatsache ist, dass laut Aussage von Herrn Hoffmann am 28.6.2012 im DKM der Anbieter (also nicht
der unabhängige Gutachter) den Standort Am Schänzel ausgesucht hat.
Tatsache ist, dass für die Anbieter bei der Wahl des Standortes als Planungskriterien die beste
Versorgung (Leistung) und die günstigste Variante (Kosten) standortentscheidend sind (Dilsberg.de
vom 22.9.2008).
Tatsache ist also, dass Unterschiede in der Strahlenbelastung bei der Standortwahl ausdrücklich
nicht relevant waren.
Tatsache ist auch, dass die im Gutachten angeführten Werte Durchschnittswerte sind, deren
absolute Höhe davon abhängt, welche (weiter entfernten) Gebiete mit naturgemäß reduzierter
Strahlenbelastung in das Gutachten einbezogen werden.
 
4 Aussage von Ortschaftsrat Streib am 14.5.2012
2008 haben sich zwar 164 Bürger schriftlich gegen den Funkmast ausgesprochen, ihn „hätten aber
100 Bürger wegen der schlechten Versorgung angesprochen“.
Tatsache ist, dass 164 Unterschriften gegen die Errichtung eines Funkmastes „Am Schänzel“
gesammelt und der Ortsverwaltung übergeben wurden. Tatsache ist, dass bis heute der
Ortsverwaltung keine einzige Unterschrift für die Errichtung eines 45 Meter hohen Funkmastes Am
Schänzel vorliegt.
 
5 Aussage des Sachverständigen Dr. Thomas Gritsch vom TÜV Süd München am 14.5.2012
„Eine Erhebung und Analyse der Mobilfunkversorgung wurde nicht durchgeführt. Die Netzabdeckung
kann man den jeweiligen Karten der Netzbetreiber im Internet entnehmen.“
Tatsache ist, dass in ausreichendem Maßstab die Netzabdeckung für Dilsberg bei den Betreibern Eplus,
Vodafone und T-Mobile abrufbar ist. Danach gibt es nur im Netz von T-Mobile
Versorgungslücken. Alle anderen Netzbetreiber geben die Vollabdeckung an. Dies stimmt, wie wir
alle wissen, faktisch nicht. Das legt den Schluss nahe, dass der Gutachter mit dieser grundlegenden
und entscheidenden Fragestellung gar nicht beauftragt war. Am Anfang jeder Standortuntersuchung
muss jedoch eine echte Bedarfsplanung mit detaillierter Messung stehen. Diese muss Grundlage für
die Standortwahl und Größe eines geplanten Sendemastes sein, um Über- oder Unterversorgung zu
vermeiden.
 
6 Aussage von Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann am 14.5.2012
„Der Funkmast Am Schänzel ist notwendig, damit die Ferienhausbesitzer ihre Wohnungen vermieten
können. Das Festnetz ist wegen der hohen Investitionskosten keine Alternative.“
Tatsache ist, dass in Dilsberg 22 Ferienwohnungen offiziell angeboten werden (Quelle: dilsberg.de).
Hiervon liegt nur ein Teil im Bereich der „Funklöcher“. Ein Gebührenzähler kostet € 19,95 (Quelle:
amazon.de). Hinzu kommen die Gebühren für das Taktsignal von circa 50 Cent pro Monat.
Tatsache ist aber bzgl. Vermietungen, dass die Gerichte in der Nähe von Sendeanlagen eine
20%ige Mietminderung billigen. Bei Immobilieneigentum ist ebenso eine Wertminderung von 10 bis
20% zu verzeichnen.
 
7 Aussage von Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann am 14.5.2012
„In Notfällen kann bei Veranstaltungen in der Graf-von-Lauffen-Halle kein Notruf erfolgen, da dort
kein Empfang ist.“ Auch könnten die Schulkinder bei Unterrichtsausfall die Eltern nicht verständigen.
Tatsache ist, dass mit jedem Handy, in das eine Karte eingelegt ist (gleich welchen Netzbetreibers),
ein Notruf möglich ist, wenn zumindest ein Netz verfügbar ist. Alle Netzbetreiber sind nämlich gemäß
NotrufVO gesetzlich verpflichtet, auch Notrufe anderer Netze anzunehmen. Daher wäre es für
Notfälle ausreichend, wenn überall ein Netz verfügbar ist. Im Übrigen ist/war in der Halle für Notfälle
ein Festnetztelefon – was ist damit? Verantwortlich hierfür ist die Ortsverwaltung.
Tatsache ist auch, dass für die Kinder immer die Möglichkeit besteht, kostenfrei den
Festnetzanschluss der Schule zu benutzen. Darüber hinaus ist es nach Auskunft der Schule
keinesfalls gewünscht, dass die Grundschulkinder mit Handys ausgestattet in die Schule kommen –
sie sollen das Schultelefon benutzen.
 
8 Aussage vom Bürgermeister Horst Althoff am 14.5.2012
„Der Mast stört das Landschaftsbild nicht , da man ihn wegen der Bäume kaum sehen kann.“
Tatsache ist, dass der Standort im Landschaftsschutzgebiet liegt. Ferner befindet sich in diesem
Bereich ein ausgewiesenes Waldbiotop (Quelle: Landesamt für Umwelt). Der Mast soll 45 Meter
hoch werden, der höchste Baumbestand ist ca. 25 m hoch. Somit würde der Mast die Bäume um ca.
20 m überragen und damit fast doppelt so hoch wie die höchsten Bäume werden. Zur Flugsicherheit
ist er voraussichtlich rot-weiß zu streichen und mit einem blinkenden Leuchtfeuer auszustatten.
 

Wer sich den geplanten Standort Am Schänzel
betrachtet, muss naiv sein, zu glauben, dass mit diesem Standort nur der Dilsberg erschlossen werden soll. Hier werden sich - wie auch der vereidigte und von der Ortsverwaltung bestellte Gutachter bestätigt hat - mit 100%iger Sicherheit weitere Anbieter aufschalten und mit einer weit über den Dilsberger Bedarf hinausgehenden
Sendeleistung ins Neckartal und in den Odenwald bis Darsberg senden. Es sollte eigentlich einen unstreitigen Konsens geben, dass – wenn ein
 
Funkmast aufgestellt wird – dieser ausschließlich die Dilsberger Versorgung sichern soll.Mückenloch ist ein warnendes Beispiel: Hier liegendem Ortschaftsrat keinerlei Unterlagen über dieGeräte-Bestückungen des bestehendenSendemastes und deren Strahlenwerte vor, diesesoll jetzt ein neutraler Sachverständiger ermitteln
(RNZ vom 21.6.2012). Wollen wir denn unsere Selbstbestimmung an profitorientierte Unternehmen verlieren?? Wollen wir wirklich unsere Gesundheit und unsere Lebensqualität aufs Spiel setzen?
 

 
Am Montag, den 23.7.2012 findet die nächste Ortschaftsrat-Sitzung um 19:30 Uhr im
Rathaus statt. Allen interessierten Bürgern – pro und contra Sendemast – empfehlen wir zu
kommen, um die Bürgerfragestunde vor der Ortschaftsratsitzung für offene Fragen zu nutzen,
da nach den Sommerferien von der Verwaltung die Bauvoranfrage des Betreibers erwartet wird.

Claudia und Christian Bahne, Uschi Ess, Günther Kämmerer, Karin Wolf, Beate und Klaus-Peter Reis, Johann
Ossing, Francois Wolter





 
   
 
  JA zur Verbesserung des Handy-Empfangs in Dilsberg
JA zu angemessenen Antennen außerhalb der Wohngebiete
JA zum besseren Empfang für mehr Sicherheit
JA zu einer Anlage auf neustem Stand der Technik

NEIN zu einem 45 m hohen Mast im Wohngebiet
NEIN zu einem Mast in Dilsberg für Neckarsteinach & Neckartal
NEIN zu offener Zahl von Antennen & Betreibern
NEIN zu ungeklärter Strahlenbelastung durch alte Richtfunktechnik
NEIN zur Übergehung der Bevölkerung durch die Verwaltung
 
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